Selbstlernzentrum
Bibliothek im Wandel
oder
Vom Bücherkeller zum Haus des Denkens
1.1 Kleiner Exkurs in die Vergangenheit
Bereits in den Aufbauzeiten der Jugenddorf-Christophorusschule etablierte sich 1992 eine kleine Bücherei im Keller des A-Gebäudes, deren Umzug 1997 in die 200 qm umfassenden Räume im heutigen B-Gebäude als erster Meilenstein in der Entwicklung der Bibliotheksarbeit betrachtet werden kann. Neben dem reinen Bücherbestand wurde schon in diesen Zeiten ein multimediales Angebot genutzt, um es sich für die veränderten Lern- und Arbeitsbedingungen nutzbar zu machen.
1.2 Umstrukturierung tat Not
Nicht nur die ständig steigenden Schülerzahlen und der Trend zur Ganztagsschule sondern vor allem die schulische und gesamtgesellschaftliche Tendenz zu einer stärkeren Fokussierung auf selbständiges und lebenslanges Lernen ließen den Entschluss reifen, ein neues, größeres Gebäude zu errichten, in dem diesen veränderten Rahmenbedingungen leichter Rechnung getragen werden kann.
Eröffnung des Selbstlernzentrums
2. Anforderungen an eine zeitgemäße Schulbibliothek
Die Expertengruppe Bibliothek und Schule im Deutschen Bibliotheksverband stellt fest, dass die moderne Schulmediothek verfügt über
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„…ein systematisch […] erschlossenes, attraktives Print- und Nonprint-Medienangebot, das in der Regel über Onlinekataloge zugänglich ist
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ein Raumangebot, das die verschiedensten Formen selbstorganisierten Lernens ermöglicht
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qualifiziertes Personal, das die Bestände fachgerecht pflegt und die SchülerInnen und LehrerInnen berät“ (www.schulmediothek.de)
Wie wird unser Selbstlernzentrum diesen Anforderungen gerecht?
2.1 Ausstattung
Mit einer Fläche von 460 qm auf zwei Ebenen und einem Bestand von derzeit 15.000 Medien ist ein weiterer einzigartiger Mosaikstein im Angebot unseres Lebens- und Arbeitsfeldes Christophorusschule entstanden.
Abgesehen von der Anzahl der Laptops – insgesamt 20 an Einzelarbeitsplätzen – und 40 weiteren Arbeitsplätzen ohne Rechner gibt es zwei so genannte OPACs (Online Public Access Catalogue), die unter verschiedenen Sucheinstiegen (Autor, Verlag, Schlagwort, …) das Auffinden entsprechender Publikationen im SLZ ermöglichen.
Die Lesetreppe und die Sesselecke im Obergeschoss laden ein zum Schmökern. Aktualität wird vermittelt durch Tageszeitungen und deutsch- und fremdsprachige Magazine. In der Nähe findet sich ausreichend Platz für unser Material zur Berufsvorbereitung und zu Auslandsaufenthalten.
Der bisherige Bestand an Büchern und Lernsoftware wird sukzessive erweitert, wie z. B. durch die Multimediaergänzungen zu den Lehrwerken in Englisch und Französisch für beide Schulformen oder den Biologie-Trainer für die Oberstufe, die als Schullizenzen auf den Rechnern zur Verfügung stehen und unseren Schülerinnen und Schülern individuelles Nacharbeiten und Ergänzen des im Unterricht erworbenen Wissens ermöglichen sowie selbstverständlich das eigenständige Erarbeiten von neuen Inhalten, z. B. im Rahmen von Projektunterricht, unterstützen. Die Neuanschaffungen orientieren sich unter anderem auch an den Vorgaben für die zentralen Prüfungen in Klasse 10 und 13 mit Übungs- und Primär- und Sekundärliteratur.
Für Gruppenarbeiten sind die drei so genannten Lernkabinen im Obergeschoss gedacht. Dort befinden sich jeweils vier bis sechs Arbeitsplätze mit je einem Laptop, an denen die SchülerInnen miteinander die ihnen gestellten Aufgaben lösen können, ohne die übrigen Nutzer bei ihrer Arbeit durch Gespräche zu stören. Denn natürlich ist selbst gesteuertes Lernen nicht als isolierter, individueller Prozess zu verstehen. Vielmehr geht es auch darum, in der konstruktiven Auseinandersetzung mit anderen sowohl über Inhalte als auch die Steuerung des Lernprozesses, z. B. innerhalb einer Gruppenarbeit, zu reflektieren.
2.2 Mitarbeiter
Das Team des SLZ wird gebildet durch die Diplom-Bibliothekarin Hella Hüwels und ihre Mitarbeiter Sandra Lohr-Kantelberg, Paul Bierschenk und Jochen Ewert und, sowie einem großen Stamm ehrenamtlicher Mitarbeiter, die ebenso mit allen anfallenden Bibliotheksarbeiten betraut werden wie die SchülerInnen der Bibliotheks-AG (ab Klasse 8).
Alle diese Mitarbeiter stellen sicher, dass unsere SchülerInnen an Schultagen in den Öffnungszeiten von 8.00 bis 16.00 Uhr ständig Beratung und Betreuung erfahren. Unterstützt wird das Team im technischen Bereich durch Sabine Kottmann-Körver, die uns in allen Fragen der Installation und Pflege der digitalen Technik zur Seite steht.
Gerne möchten wir den Stamm ehrenamtlicher Mitarbeiter erweitern. Wenn Sie ein paar Stunden Ihrer Zeit dieser interessanten und gewinnbringenden Tätigkeit widmen möchten, melden Sie sich telefonisch (02223- 9222-35) oder per Mail an Hella Hüwels (bibliothek@cjd-koenigswinter.de).
Die Schnittstelle zum Lehrerkollegium bildet als pädagogische Koordinatorin des SLZ Christine Bewerunge, Lehrerin für Englisch und Spanisch am Gymnasium, deren Aufgabe unter anderem darin besteht, die LehrerInnen bei der Nutzung des Selbstlernzentrums für unterrichtliche, methodische und informationstechnologische Prozesse zu beraten und zu unterstützen und so die Einbindung der schulischen Lernprozesse weiter voranzutreiben.
2.3 Vernetzungen
Das Selbstlernzentrum ist Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken NRW sowie der Privatinitiative Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Bonn / Rhein-Sieg, die bei regelmäßigen Treffen in ständigem Austausch stehen. Darüber hinaus sind Kooperationspartnerschaften mit der Fachhochschule Bonn Rhein-Sieg und anderen Bibliotheken, z.B. der Bezirksbücherei Bonn-Beuel, geplant.
3. Arbeiten und Lernen im SLZ
3.1 Das SLZ als außerunterrichtlicher Lernort
Natürlich wird im SLZ nicht nur gearbeitet sondern auch entspannt. Die ansprechenden, lichten Räumlichkeiten im Obergeschoss bieten sich an für Vorträge, Lesungen, kleine Konzerte oder Theateraufführungen und Präsentationen.
Ein ansehnlicher Bestand an Belletristik steht zur Ausleihe bereit, der ebenso wie zahlreiche Mottoveranstaltungen der Leseförderung dient. So wurden im laufenden und vergangenen Jahr verschiedene Angebote gemacht, z. B. Sonderausstellung Jungen- und Mädchenliteratur; Krimis, Fantasy-Literatur für alle Alterstufen, Ausstellung zu aktuellen Themen wie die Fußballweltmeisterschaft, Aktionen zum Welttag des Buches, die Zeitschriftenaktion der Stiftung Lesen oder Wettbewerbe.
3.2 Das SLZ als schulischer Lernort
Wir wollen das selbst gesteuerte Lernen systematisch fördern und fordern; oberstes Ziel ist, den Schülern ein hohes Maß an Eigenverantwortung für den Lernprozess zu übertragen, um dem Begriff des lebenslangen Lernens nicht nur das Wort zu reden, sondern es mit Inhalt zu füllen. Am Ende ihrer Schullaufbahn sollen unsere Schülerinnen und Schüler den Anforderungen, die Beruf und Studium z.B. hinsichtlich des Erarbeitens und Präsentierens von Inhalten an sie stellen werden, gewachsen sein.
Neben der rein instruktiven Vermittlung von Wissen steht in unserer modernen Schullandschaft die eigenständige Informationsbeschaffung, Systematisierung, Analyse, Bewertung und letztendlich auch die Weitergabe der Inhalte im Zentrum curricularer Lernprozesse. Grundvoraussetzung dazu ist zunächst der selbstverständliche und sichere Umgang mit dem Medienangebot.
3.2.1 Einführung in die Bibliotheksnutzung
Die Bibliotheksmitarbeiter führen bisher in Klasse 5 des Gymnasiums im Rahmen des Fachs „Individuelles Lernen“ sowie der Realschule in Zusammenarbeit mit dem Klassen- oder Deutschlehrer und in Jahrgangsstufe 11 in Struktur und Aufbau des Medienbestandes ein, deren Systematik sich nach der „Allgemeinen Systematik für Öffentliche Bibliotheken“ (ASB) richtet, wie sie in den meisten öffentlichen Bibliotheken verwendet wird, sodass die Schüler sich bereits bestens auskennen, wenn sie sich später mit der Arbeit z.B. in Universitätsbibiliotheken konfrontiert sehen, die mit ähnlichen Systematiken arbeiten.
Für die Zukunft vorgesehen ist hier die enge Verzahnung innerhalb eines systematischen Spiralcurriculums mit entsprechender Progression gemäß dem intellektuellen Entwicklungsstand der Schüler sowie den jeweiligen Nutzungs- und Anforderungsprofilen der einzelnen Jahrgangsstufen wie sie in den jeweiligen Fachcurricula vorgeschrieben sind.
In enger Zusammenarbeit mit dem Fach „Individuelles Lernen“ werden die dort erworbenen Kenntnisse zur Informationsbeschaffung und –verarbeitung anhand unterschiedlicher Trainingsmodule systematisch eingeübt und gefestigt, um die SchülerInnen schrittweise an die Zielvorgabe Lese- und Informationskompetenz heranzuführen. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Arbeit mit einem Spiralcurriculum findet sich hier.
3.2.2 Einüben und Vertiefen von Medienkompetenz
Informations-, Dokumentations- und Präsentationskompetenz ist aus heutiger Sicht untrennbar verbunden mit sicherem Umgang mit dem PC, den unsere SchülerInnen bereits ab Klasse 5 im Fach Individuelles Lernen (IL) erlernen. Sie werden dort - aufbauend auf den in der Grundschule erworbenen Kenntnissen – z.B. mit den Office-Programmen vertraut gemacht als auch in Recherche- und Präsentationsmethoden eingeführt.
Die entsprechenden Fertigkeiten finden dann Anwendung bei unterschiedlichen Unterrichtsreihen, innerhalb derer die SchülerInnen die vielfältigen Möglichkeiten des Selbstlernzentrums nutzen lernen.
3.2.3 Unterricht im und ums SLZ
Es versteht sich von selbst, dass diese Unterrichtssequenzen Teil des jeweiligen Fachcurriculums sind, während derer die SchülerInnen im SLZ individuell, in Gruppen oder im gesamten Klassenverband verschiedene Aufgabenstellungen mithilfe der angebotenen Medien bearbeiten. Auch unabhängig von projektorientierter Arbeit sollen hier Formen wie gelenktes und eigenständiges Erarbeiten, Einüben, Vertiefen sowie Erweitern von Inhalten zur Selbstverständlichkeit werden.
Die Lehrkraft kann ihrer Lerngruppe in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des SLZ einen Handapparat zusammenstellen, der den SchülerInnen über den gesamten vorgesehenen Bearbeitungszeitraum zur Verfügung steht und erstellt – je nach Kenntnisstand der Klasse –Linklisten, die die Recherchearbeit entsprechend kanalisieren.
Auch im Rahmen von wochen- oder arbeitsplangestütztem Unterricht erhalten SchülerInnen die Möglichkeit, längere Arbeitsphasen mit für das SLZ geeigneten Aufgabenstellungen dort individuell oder im Team zu erledigen.
Andere Arten unterrichtlicher Vernetzung finden sich z. B. in Form von „Bücherkisten“ sowohl für den Deutsch- als auch für den Fremdsprachenunterricht, die für einen bestimmten Zeitraum im Klassen- oder Kursraum verfügbar sind und als Grundlage für Lektüreprojekte Verwendung finden.
Die wichtigste Funktion unseres Selbstlernzentrums liegt also in der Unterstützung bei der Erreichung curricularer Lernziele in enger Verbindung mit zunehmender Lernerautonomie.
Benutzerordnung Selbstlernzentrum














